Eltono
Die unsichtbare Geometrie der Stadt
Stillo Noir, ausgebildet in Grafikdesign am Maryland Institute College of Art, begann ihre Laufbahn im Bereich der visuellen Kommunikation, bevor sie sich ganz der Illustration und der Wandkunst widmete. Ihre Arbeit hat sich vom Grafikdesign hin zu einer experimentelleren Sprache entwickelt, in der Muster und abstrakte Formen mit dem urbanen Umfeld in Dialog treten. Sie hat Projekte in unterschiedlichen Formaten realisiert – von Interventionen im öffentlichen Raum bis hin zu Kooperationen mit Marken und Festivals – und sich als vielseitige Kreative mit unverwechselbarer visueller Identität etabliert.
Ihre Arbeit basiert auf einer klaren Prämisse: die verborgene Geometrie im Alltäglichen einzufangen. Inspiriert von der Wiederholung von Mustern, den Texturen der Stadt und Elementen, die oft unbemerkt bleiben – wie Vegetation oder Kanaldeckel –, übersetzt Stillo Noir die Realität in ein Spiel aus Linien und Schwarz-Weiß-Kontrasten. Ihr Blick interpretiert die urbane Landschaft als großes Gewebe aus Formen in ständiger Veränderung und erkundet die Beziehung zwischen Raum, Rhythmus und visuellem Gleichgewicht.

Die Harmonie des Zufalls
Eltono ist ein französischer Künstler, dessen Werdegang eng mit dem urbanen Raum verbunden ist.
Während seiner Studienzeit in Madrid begann er, im öffentlichen Raum zu intervenieren, und entdeckte etwas,
das sein gesamtes Werk prägen sollte: Während andere Künstler bedauerten, dass ihre Arbeiten verwitterten,
verschwanden oder von neuen Farbschichten überdeckt wurden, fand er in dieser
Ungewissheit eine Form von Schönheit. Nicht zu wissen, was von einem Werk übrig bleiben würde, wenn er es
wieder sah, wurde für ihn Teil des kreativen Prozesses. Diese Erfahrung lehrte ihn, die
Stadt nicht als neutralen Träger zu verstehen, sondern als lebendigen Akteur, der das Werk
im Lauf der Zeit verändern kann.
Künstlerisches Manifest
Seine Arbeit entsteht im Gleichgewicht zwischen System und Zufall. Ausgehend von Regeln, Wegen oder
generativen Programmen schafft Eltono geometrische Kompositionen, die offen sind für Variation und das
Unerwartete. Wie er selbst betont, darf generative Kunst nicht mit
künstlicher Intelligenz verwechselt werden: Sie beruht darauf, ein System aus Regeln oder Parametern zu entwerfen, das es ermöglicht,
Variationen innerhalb eines vom Künstler definierten Rahmens zu erzeugen. Sie kann aus einem
Computerprogramm entstehen, aber auch aus einem so einfachen Mechanismus wie dem Würfeln und dem Zuordnen jedes
Ergebnisses zu einer Form, einer Richtung oder einer Geste. Die Urheberschaft bleibt im menschlichen Blick,
der das System entwirft, den Zufall akzeptiert und in ihm eine poetische Möglichkeit erkennt.
Das Projekt im BYPILLOW The Citadel (Madrid)
Im BYPILLOW The Citadel präsentiert Eltono elf Werke aus seiner Serie EQVILIBRIVM,
die mittels generativer Kunst entwickelt und im Dialog mit den Innenräumen des
Hotels neu interpretiert wurden. Seine geometrischen Formen, mit fast architektonischer Resonanz, verwandeln die Räume
in eine symbolische Stadt innerhalb einer anderen Stadt: The Citadel, im Herzen von Madrid. Das
Ergebnis besitzt eine nahezu konstruktivistische Kraft, bei der jedes Werk wie ein
Plan, eine Struktur oder ein urbanes Fragment zu funktionieren scheint.
Die Intervention ist zugleich eine Hommage an seine Madrider Zeit. Viele der
Arbeiten, die er damals auf der Straße realisierte, sind verschwunden oder überleben nur noch als
verborgene Spuren zwischen den Schichten der Stadt. Seine Arbeiten nun im Hotel zu versammeln bedeutet,
seine Kunst symbolisch nach Madrid zurückzubringen und die Verbindung zu einer für seinen
Werdegang entscheidenden Stadt zu reaktivieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Eltono und BYPILLOW The Citadel schlägt ein Erlebnis vor, in dem Ordnung
und Spontaneität im Gleichgewicht zusammenleben. Jedes Werk lädt dazu ein, die Stadt aus einer anderen Logik zu betrachten:
als lebendiges, wandelbares und unvorhersehbares System, in dem selbst das, was verschwindet, Spuren hinterlässt.



