Tere Guix

Der unperfekte Rhythmus der Form

Tere Guix ist Grafikdesignerin und bildende Künstlerin, Gründerin von Estudi Guix. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Design, Illustration und manueller Experimentierfreude und baut Bilder aus einfachen Formen, Wiederholung und Textur. Geometrie ist präsent, aber nie ganz exakt: In ihren Kompositionen bleibt immer Raum für Zufall, Intuition und das Unerwartete.

Die Schönheit des Unvorhersehbaren

Viele ihrer Arbeiten entstehen mit gefundenen Objekten oder wiederverwendeten Materialien als Werkzeuge und Trägermaterialien: Holzfragmente, unregelmäßige Oberflächen, Tinte, Farbe und Elemente, die ihre eigene Spur auf dem Papier hinterlassen. Durch die Wiederholung einer Geste entsteht ein Muster, aber nie zwei identische Formen.

Dieser kleine Kontrollverlust ist Teil des Prozesses. Tinte kann sich anders ausbreiten, eine Oberfläche kann mehr oder weniger Farbe abgeben, und eine Unvollkommenheit kann am Ende die ganze Komposition bestimmen. Das Ergebnis ist zugleich geometrisch und organisch: Ordnung, Wiederholung und ein Rest Geheimnis.

Kartografie des Vergänglichen

Roger Grasas, 1970 in Barcelona geboren, ist ein Dokumentarfotograf, dessen Werk sich mit dem Wandel der zeitgenössischen Landschaft als Folge der Verflechtungen zwischen Technologie, Kapitalismus und Globalisierung auseinandersetzt. Er hat einen Abschluss in Philosophie und eine Ausbildung in Fotografie und Kunsttheorie. Seine Karriere begann er 1998 mit der Dokumentation von Kooperationsprojekten für verschiedene Nichtregierungsorganisationen sowie für die UNESCO. Seitdem hat er Projekte im Nahen Osten, in Europa und anderen Regionen realisiert, wobei er kritische Analyse mit großem visuell Gespür verbindet. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und mit Auszeichnungen wie dem „Premio Descubrimientos PHotoEspaña“ im Jahr 2018 gewürdigt.

Die Fotografie von Roger Grasas ist eine Art Kartografie des Vergänglichen. Sein Werk untersucht die Schnittstelle zwischen Technologie, Landschaft und postmoderner Gesellschaft und dokumentiert die Gegensätze und Paradoxien zwischen Tradition und dem unaufhaltsamen Vormarsch der globalisierten Welt. Mit einer Ästhetik, die zwischen Dokumentarismus und Konzeptkunst oszilliert, fangen seine Bilder die Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem Lokalen und dem Globalen ein und verwandeln das Alltägliche in ein visuelles Zeugnis des Wandels. Seine internationalen Ausstellungen und Publikationen haben sein Werk als Maßstab für die Darstellung der Auswirkungen der Postmoderne auf den Raum etabliert.

Das Projekt im BYPILLOW Erba

Für BYPILLOW Erba bringt Tere Guix diese Bildsprache nach Girona und nimmt die Stadt und einige ihrer bekanntesten Bildwelten als Ausgangspunkt. Die Präsenz von Blumen, eng verbunden mit Girona und dem Temps de Flors, erscheint neu interpretiert aus ihrer Arbeitsweise heraus: nicht als wörtliche Darstellung, sondern verwandelt in Formen, Rhythmen und Muster.

Eine erste Serie arbeitet ausschließlich in Schwarz-Weiß. Es sind Kompositionen, die aus ihren manuellen Prozessen entstehen und auf Holz gedruckt werden, wo die Textur des Trägermaterials genau das verstärkt, was ihre Arbeit so wiedererkennbar macht: die Unregelmäßigkeit innerhalb der Wiederholung.

In den Gemeinschaftsbereichen sind auch einige ihrer farbenfroheren Illustrationen zu sehen, die auf Stoff nach den Originalwerken reproduziert wurden. Hier kommt Girona von einer anderen Seite ins Spiel: über Farbe, organische Formen und einen freieren Blick auf die Landschaft und die pflanzliche Bildwelt der Stadt.

Maßstab, Trägermaterial und Farbe ändern sich, doch die Art, Bilder zu bauen, bleibt dieselbe. Zwei Arten, Girona aus dem Universum von Tere Guix zu betrachten, und eine gemeinsame Grundidee: dem Prozess ebenfalls etwas zu sagen zu lassen.